Mitarbeiterbeteiligung

4 Minuten

Die Mitarbeiterbeteiligung beschreibt das Bestreben eines Unternehmens die Verbundenheit der Mitarbeiter mit ihrem Arbeitgeber zu stärken.

Im Allgemeinen wird bei der Mitarbeiterbeteiligung zwischen einer materiellen und einer immateriellen Variante unterschieden.

Die immaterielle Mitarbeiterbeteiligung spiegelt sich oft in einem Betriebsrat, der ein Mitspracherecht in Arbeitsplatzgestaltung und -prozessfindung, wider. Auch kann eine Mitbestimmung in innerbetrieblichen Wandlungsprozessen festgelegt werden. Die immaterielle Beteiligung zeigt sich demnach in Form einer Entscheidungsgewalt.

Die materielle Mitarbeiterbeteiligung sieht entweder eine Kapital- oder Erfolgsbeteiligung am Unternehmen vor.

Zu erstem gehört das Angebot des Aktienkaufs des Unternehmens oder die Wahrnehmung eines Genussrechts. Zum zweiten zählt die am Ende des Jahres erfolgende Sonderzahlung von Boni aus den Firmengewinnen.

Belegschaftsaktien des Unternehmens werden meist vergünstigt an Mitarbeitende vergeben, auch bei der Emission junger Aktien sind die Mitarbeitenden bevorzugt. Diesen Weg wählen oft Unternehmen in der Gründungsphase. Da man als Arbeitgeber die potenziellen Mitarbeitenden nicht mit hohen Gehältern anwerben kann, werden Unternehmensanteile ausgegeben, die zu späterem Zeitpunkt mit hohem Gewinn verkauft werden können. Das Mitspracherecht kann jedoch auch in Form einer stillen Beteiligung ausgegeben werden, bei der auf das Stimmrecht verzichtet wird und somit quasi erlischt.

Da die Mitarbeiterbeteiligung in mancher Variante zu einer doppelten Besteuerung führt (bei Kauf und Verkauf), nutzen Unternehmen die Option der virtuellen Mitarbeiterbeteiligung. Diese ist auch unter den Begrifflichkeiten der Virtual Stock Option (VSOP) oder Phantomaktie bekannt. Die Vergabe des Anteils wird schriftlich festgehalten, jedoch ohne notarielle Beurkundung o.Ä., sodass hier Kosten gespart werden.

Die Mitarbeiterbindung soll gefördert werden, da die Identifikation mit dem Unternehmen im „War for Talent“ ein bewährtes attraktives Instrument ist. Hingegen ist die Argumentation einer dauerhaften Produktivitäts- und Motivationssteigerung der Arbeitnehmer umstritten, da die Beteiligung zwar ein Vorzug bei der Arbeitsvertragsunterzeichnung sein kann, jedoch dieser Effekt nicht dauerhaft skalierbar ist. Die andauernde Effizienzsteigerung aufgrund von extrinsischer Motivation ist wissenschaftlich nicht bewiesen. Neben den loyalitätsfördernden Maßnahmen verbessert sich auch die Eigenkapitalquote des Unternehmens, was automatisch zu einer steigenden Kreditwürdigkeit führt.

Wie hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?

Durchschnittliche Bewertung 0 / 5. Anzahl der Bewertungen 0

Es tut uns leid, dass dieser Beitrag für Sie nicht nützlich war!

Verbessern Sie diesen Beitrag!

Was hat Ihnen nicht gefallen? Was können wir verbessern?

Wie hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?

Durchschnittliche Bewertung 0 / 5. Anzahl der Bewertungen 0

Es tut uns leid, dass dieser Beitrag für Sie nicht nützlich war!

Verbessern Sie diesen Beitrag!

Was hat Ihnen nicht gefallen? Was können wir verbessern?

Scroll Newsletter Anmeldung