Inflation

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Die Inflation bezeichnet den Preisanstieg von Gütern und Dienstleistungen im ungleichmäßigen Verhältnis zu Lohn und Einkommen einer Bevölkerung. Die Folge ist die Kaufkraftsenkung der nationalen Währung.

Was ist eine Inflation?

Als Inflation bezeichnet man den allgemeinen Preisanstieg von Dienstleistungen und Waren. Geschieht dies flächendeckend und nicht vereinzelt, handelt es sich um eine Inflation. Steigt das Einkommen nicht im gleichen Maße wie die Preissteigerungen, kann sich die Bevölkerung zukünftig weniger leisten. Als Ergebnis sinkt die Kaufkraft und somit auch der Wert einer Währung.

Wie wird die Inflation zuverlässig gemessen?

Um die Inflation europaweit einheitlich zu messen und zu vergleichen, wird ein fiktiver Warenkorb erstellt. Durch diesen kann ein harmonisierter Verbraucherpreisindex (kurz: HVPI) ermittelt werden. Der Warenkorb enthält:

  • Alltagsprodukte (Lebensmittel)
  • Gebrauchsgüter (Kleidung und Elektronik)
  • Dienstleistungen (Taxifahrten, Arztbesuche, Autoreparaturen).

Durch den jährlichen Preisvergleich innerhalb des gegebenen Warenkorbes kann herausgefunden werden, ob sich die Wirtschaft in einer Inflation oder Deflation befindet. Es ist wichtig, dass eine stabile Preissteigerung gewährt ist. Eine Inflation von 2 % pro Jahr ist angemessen. Nicht wünschenswert ist die sogenannte Deflation, also die stetige Aufwertung der Währung.

Die Gewichtung des HVPI wird national innerhalb Europas unterschieden. In einem Land wird zum Beispiel mehr Geld für Benzin ausgegeben als in einem anderen. Das Statistikamt der Europäischen Union (Eurostat) errechnet aus den national gemeldeten Daten der einzelnen Nationen dann den allgemein für Europa geltenden HVPI.

Als Vorbereitung auf die Währungsunion, die durch die Einführung des Euros 2002 entstand, wurden die nationalen Messmethoden international aufeinander angepasst und abgestimmt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat innerhalb des ihr zugeteilten Aufgabenbereichs, der Geldpolitik, die Entscheidungsmacht über die Höhe der Inflationsrate innerhalb Deutschlands und Europas.

Die natürliche Entstehung der Inflation nach volkswirtschaftlichem Modell lässt sich wie folgt beschreiben: Die steigende Güternachfrage kann kurzfristig nicht durch das Güterangebot bedient werden. Als Konsequenz steigen die Preise. Durch die Preissteigerung müssen auch die Löhne steigen, damit die Kaufkraft der Volkswirtschaft nicht geschwächt wird. Auch die Güternachfrage steigt somit wiederum. Die steigenden Personalkosten führen zu insgesamt steigenden Unternehmenskosten, die wiederum in die Steigerung der Verkaufspreise führen. In der Volkswirtschaft nennt man dies die Lohn-Preis-Spirale.

Besondere Formen der Inflation

Neben der auf „hard facts“ basierenden Inflation gibt es auch noch die sogenannte gefühlte Inflation. Hier wird deutlich, dass die Inflation sich natürlich auf jedes Individuum anders auswirkt. So wird jemand ohne eigenes Auto nicht die Veränderungen des Benzinpreises beobachten. Die persönliche Inflationsrate wird hier niedriger sein als die eines anderen.

Die Hyperinflation beschreibt eine deutlich ausgeprägte Form der Inflation. Die monatliche Inflationsrate beläuft sich auf über 50 %, auf das Jahr umgerechnet 13 %. Die Bevölkerung eines Landes wird in ihren finanziellen Möglichkeiten dadurch stark beeinträchtigt. Die höchsten Inflationsraten sind zurzeit in Venezuela (2.700 % p.a.), Sudan (194 % p.a.) und Simbabwe (92 % p.a.).

Als Konsequenz kann daraus eine sogenannte „Flucht in die Sachwerte“ entstehen. Die Bevölkerung versucht ihr Wert verlierendes Geld in Vermögensgegenstände zu investieren, die einen vermeintlich stabileren Wert haben, zum Beispiel Gold. Passiert dies flächendeckend, bekommen Banken Liquiditätsprobleme, da sie mit den Anlagen ihrer Kunden nicht genügend Profit erlangen können. Nicht als Inflation gelten kurzfristige Preissteigerungen, die auf andere Gründe zurückzuführen sind, z.B. Streiks.

 

 

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