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Disagio

Lesedauer: 3 Minuten

Das Disagio (auch: Abgeld bzw. Abschlag genannt) bezeichnet die Summe, die bei der Auszahlung eines Darlehens einbehalten wird. Dies hat zur Folge, dass der ausgezahlte Darlehensbetrag geringer als der Nettodarlehensbetrag.

Der Begriff Disagio stammt, wie viele Finanzbegriffe, aus dem Italienischen und bedeutet in etwa „Unannehmlichkeit“ oder „Entbehrung“. Diese Entbehrung stellt einen Abschlag dar, der von einem Nominalwert (Nennwert) abgezogen wird. Anwendung findet dieser unter anderem bei Kreditvergaben, Anleihen/Wertpapieren, Devisen und bei Kreditkartengeschäften.

 

Was ist ein Disagio?

Das Disagio (auch: Abgeld bzw. Abschlag genannt) bezeichnet die Summe, die bei der Auszahlung eines Darlehens einbehalten wird. Dies hat zur Folge, dass der ausgezahlte Darlehensbetrag geringer als der Nettodarlehensbetrag. Der Kreditnehmer erhält somit eine geringere Kreditsumme, muss jedoch einen höheren Betrag zurückzahlen.

Liegt die Summe eines Darlehens beispielsweise bei 10.000 Euro, werden bei einem Disagio von 1 % nur 9.800 Euro an den Kreditnehmer ausbezahlt. Kreditnehmer müssen jedoch den vollen Kreditbetrag, in diesem Fall 10.000 Euro zurückzahlen. Jedoch fallen aufgrund der „Zinsvorauszahlung“ während der Laufzeit niedrigere Zinsen an, was zu einer niedrigeren Raten-Belastung für den Kreditnehmer führt.

 

Wo findet das Disagio Anwendung?

Neben dem bereits genannten Krediten findet ein solcher Abschlag ebenfalls Anwendung bei:

1. Anleihen und Wertpapieren

Anleihen werden so gut wie nie zu 100 % des nominalen Wertes ausgegeben. Meist werden diese, je nach Bonität des Emittenten, mit einem Auf- oder Abschlag, dem Agio oder Disagio, versehen. Hiermit kommt es zu unterschiedlichen Renditen. Beim Disagio verbessert sich die Rendite des Anlegers, für den Emittenten wird jedoch die Kreditaufnahme teurer. Somit profitieren Käufer von diesem Abschlag. Konkret: Wird eine Anleihe mit Nennwert 1000 Euro mit 2 % Disagio ausgegeben, bezahlt der Käufer lediglich 980 Euro. Der Nennwert von 1000 Euro bleibt jedoch Grundlage der Verzinsung. Resultat: Effektivzins > Nominalzins.

Bei Aktien, verbietet das Aktiengesetz (§9 AktG) die Ausgabe mit einem Disagio.

2. Devisen

Hierbei wird das Disagio als Geldkurs bezeichnet. Banken kaufen im Devisenhandel ausländische Währungen unterhalb des offiziellen Wechselkurses ein.

3. Kreditkartengeschäften

Im Zusammenhang mit Kreditkartengeschäften wird beim Disagio meist von einer „Händlergebühr“ gesprochen. Händler zahlen hiermit eine Gebühr an Kreditkartenunternehmen. Dabei wird der Abschlag direkt vom Umsatz einbehalten. Der Händler erhält somit einen verminderten Umsatz. Der Verbraucher bekommt in der Regel hiervon nichts mit. Es kommt jedoch vor, dass Händler das Disagio direkt in den Verkaufspreis einrechnen und Produkte somit teurer werden.

 

Unterschied Disagio vs. Agio

Wer Geld ausleiht oder anlegt, der muss dafür bezahlen. Egal, ob es sich dabei um einen Kredit, Fonds oder Aktien handelt. Dabei ist oft von einem einmaligen Aufschlag die Rede. Dieser Aufschlag, oder auch Aufgeld genannt, wird als Agio bezeichnet. Er wird in Form von Zinsen oder Gebühren aufgeschlagen. -> Mehr dazu in unserem Wiki Artikel zum Thema Agio.

Das Agio steht somit im Gegensatz zum Disagio, bei dem es sich um einen Abschlag handelt, der den Gewinn bzw. die Rendite des Anlegers erhöht.

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