Deflation

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Die Deflation bezeichnet den stetigen Preisverfall von Gütern und Dienstleistungen im ungleichmäßigen Verhältnis zu der einer Bevölkerungen zur Verfügung stehenden Geldmenge.

Was bedeutet Deflation?

Die Deflation bezeichnet den stetigen Preisverfall von Gütern und Dienstleistungen im ungleichmäßigen Verhältnis zu der einer Bevölkerungen zur Verfügung stehenden Geldmenge. Eine Deflation kann beispielsweise die Folge von Importüberschüssen oder der Überproduktion von Waren sein.

Hält dieser Zustand über längere Zeit an, so können Unternehmen aufgrund von geringeren Gewinnerwartungen ihre Investitionsbereitschaft nicht aufrechterhalten. Die Produktion geht zurück und Kurzarbeit droht den Beschäftigten. Im schlimmsten Fall steht die Schließung ganzer Standorte und Firmen bevor. Auf Makroebene sinkt das gesamt-volkswirtschaftliche Einkommen und die Arbeitslosenquote steigt. Ebenso sinkt die Nachfrage nach Konsumgütern. Durch den ausbleibenden Absatz erzielt auch der Staat geringere Steuereinnahmen. Anhand dieser Entwicklungen zögern private Haushalte Investitionen hinaus, da sie einen weiteren Preisverfall erwarten. Die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes sinkt.

 

Woher kommt die Deflation?

Die Deflation entsteht durch eine wirtschaftlich rezessive bzw. depressive Phase der gesamtwirtschaftlichen Situation eines Landes. Anzeichen hierfür sind die Kombination aus: sinkendem Zinsniveau, sinkender Inflationsrate und einem stagnierenden Wirtschaftswachstum. Der Staat muss hier aktiv gegen vorgehen, damit der Kreislauf aus sinkender Nachfrage und Angebot nicht fortläuft.

Die EZB hat hier die Aufgabe, den Wert des Geldes und somit der Währung zu stabilisieren. Gewünscht ist eine Inflationsrate von ca. 2 %. Wäre die Rate niedriger, käme es zur Deflation. Steigt die Rate über 2 %, befindet sich die Wirtschaft in einer Inflation. Die EZB hat hier also, wie bei der Inflation, die Balance des volkswirtschaftlichen „Magischen Vierecks“ zu bewerkstelligen. Das Modell des „Magischen Vierecks“ strebt die unmöglich herzustellende Balance aus: Stabilität des Preisniveaus, hoher Beschäftigungsgrad, außenwirtschaftliches Gleichgewicht sowie stetiges und angemessenes Wirtschaftswachstum.

 

Folgen der Deflation

Wird gegen die Deflation nicht vorgegangen, so kann es zu einer Deflationsspirale kommen. Diese bewirkt auf lange sich, dass der Staat investitions- und handlungsunfähig wird. Dagegen kann der Staat möglicherweise mit großen Investitionsprojekten, wie dem Bau neuer Autobahnen o.Ä. vorgehen. So kann ein neuer Investitionsimpuls an die nationalen Unternehmen stimuliert werden. Die Bekämpfung der Folgen einer Deflation gestaltet sich als äußerst langwierig und zeitintensiv.

 

Die „Great Depression“

Während der 1930er Jahre kam es zuletzt zu einer globalen Deflation. Ausgehend von der US-Notenbank mussten die USA Kredite zurückfordern, um zahlungsfähig zu bleiben. Zuvor hatten die USA ihre eigene Geldmenge um 30 % gesenkt. Deutschland tilgte die Kredite aus den vorhandenen Goldreserven, was folglich die Umlaufgeschwindigkeit der Geldmenge verlangsamen ließ. Die Gehälter sanken, die Arbeitslosigkeit stieg an und somit nahm die Deflationsspirale in Deutschland ihren Lauf.

 

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