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Unternehmensfinanzierung für Startups und KMU

Lesedauer: 5 Minuten

Veröffentlicht am 4. Juni 2020
Die Unternehmensfinanzierung entscheidet über den Erfolg eines Geschäftsmodells. Dabei gibt es unterschiedliche Finanzierungswege für Unternehmen, und nicht immer ist der Bankkredit der richtige.  

Die Unternehmensfinanzierung ist die wichtigste Aufgabe einer jeden Firma. Sie basiert auf einer soliden Finanzplanung und berücksichtigt die Frage: Wie verschaffe ich mir langfristig Liquidität, um meine Ziele zu erreichen? 

Dabei werden verschiedene Faktoren berücksichtigt, wie z. B. Unternehmensphase, Geschäftsmodell oder Branche. Sie bestimmten die Art der Kapitalbeschaffung, ob Innen- oder Außenfinanzierung, ob auf Fremdkapital oder Eigenkapital basierend.  

Kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Start-ups hatten schon vor Ausbruch der Corona-Pandemie Schwierigkeiten damit, ihren Finanzierungsbedarf durch klassische Finanzierungsmöglichkeiten zu decken. Laut dem jüngst erschienenen Start-up Monitor 2020 zählt mit 43,1 % die Kapitalbeschaffung zu den größten Herausforderungen, ein Plus von mehr als 5 % im Vergleich zum Vorjahr. 

Der Wirtschaftseinbruch im ersten Halbjahr 2020 dürfte die Lage für Start-ups nochmals verschlechtert haben. Diesen Eindruck bestätigte ein Positionspapier des Bankenverbands und Bitkom vom Mai 2020, wonach speziell die Finanzierungslandschaft für Start-ups durch die Corona-Krise zusammengebrochen sei. 

Finanzierungen von KMU und Start-ups durch die Krise unter Druck

Bei KMU gestaltete sich die Finanzierungssituation vor der Krise noch gut, wenngleich vor allem kleinere Unternehmen schon damals einen erschwerten Kapitalzugang hatten. Das geht aus einer von der KfW durchgeführten Umfrage aus dem März dieses Jahres hervor, die wenige Tage nach dem Lockdown veröffentlicht wurde. Die Finanzierungslage der kleinen und mittelständischen Unternehmen hat sich seither geändert. Die von der TU Darmstadt gemeinsam mit Creditshelf veröffentlichte Studie „Finanzierungsmonitor 2020 – Corona Update“ besagt, „dass der Mittelstand unter Druck steht, möglichst schnell und kostengünstig frisches Kapital zu beschaffen.“ Durch die Corona-Krise seien viele Unternehmen dazu gezwungen, ihre Planungen anzupassen. 

Um ihren Finanzierungsbedarf zu decken, brauchen KMU und Start-ups Alternativen – auch abseits klassischer Wege. Finanzierungsmethoden wie Crowdinvesting und Venture Debt könnten in Krisenzeiten als Ergänzung zu klassischen Finanzierungsmethoden, die ohnehin durch hohe Eigenkapitalquoten und anderen Anforderungen für Start-ups teilweise unerschwinglich sind, neue Chancen bieten, den dringend notwendigen Kapitalbedarf zu decken. 

 

Unternehmensfinanzierung mithilfe von Crowdinvesting

Crowdinvesting stellt eine alternative Finanzierungsmethode für junge Start-ups und KMU dar. Bereits vor Beginn der Pandemie unterlagen Crowdinvestments in Deutschland einem starken Wachstum und dürften nun in Krisenzeiten dem zusätzlichen Kapitalbedarf junger Unternehmen stärker Rechnung tragen. 

Unternehmen haben durch die Bereitstellung von Crowdinvesting-Plattformen im Internet eine schnelle und einfache Möglichkeit, durch Fremdfinanzierung ihren Wachstumskurs fortzusetzen. In der Regel erhalten KMU und Start-ups so Zugang zu eigenkapital-ähnlichen Mitteln (Mezzanine-Kapital) mit denen eine diverse Finanzierungsstruktur sowie eine bessere Bonität erzielt werden kann. 

Liquidität sichern

Zwar werden Liquiditätsengpässe durch Maßnahmen wie Kurzarbeit (die aktuelle Zahl liegt im September bei 3,7 Mio. Kurzarbeitern) oder Steuerstundungen derzeit noch überbrückt. Doch viele Unternehmen haben einen hohen Liquiditätsbedarf, der nicht dauerhaft von staatlicher Seite gestützt werden kann. Alternative Finanzierungsmöglichkeiten, die Wachstum aus eigener Kraft generieren, rücken in den Fokus. Dieses bestreben nach Wachstum durch alternative Finanzinstrumente kommt auch Anlegern zugute. 

Für Investoren ist die Corona-Krise eine Möglichkeit, durch Crowdinvesting  jenseits der üblichen Anlagemodelle Renditen zu erzielen. Für das Jahr 2021 erwartet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie eine Erholung der deutschen Wirtschaft und ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 4,4 %, wohingegen derzeit krisenbedingt für 2020 noch ein negatives BIP-Wachstum von -5,8 % im Vergleich zu 2019 erwartet wird. 

Insofern können sich für Anleger zwar risikoreiche, aber durch zeitlich gut platzierte Investitionen durch die konjunkturelle Entwicklung auch Chancen ergeben. Viele Crowdinvestments sind an eine Erfolgsbeteiligung des Start-ups gekoppelt. Gelingt dem Start-up den wirtschaftlichen Aufschwung für sich zu nutzen, so profitieren seine Anleger hiervon ebenfalls. 

Venture Debt speziell für Start-ups

Eine weitere alternative Finanzierungsmöglichkeit für Start-ups und KMU stellen in Krisenzeiten die Venture Debts dar. 

Unter „Venture Debt“ versteht man die Fremdfinanzierung durch hierfür spezialisierte Unternehmen für junge, noch nicht profitable Start-ups. Diese Darlehen haben typischerweise eine mittelfristige (ca. drei Jahre) Kreditlaufzeit und regelmäßige Zins- und Tilgungsraten. Sie sehen aber meist auch eine erstrangige Besicherung am gesamten Vermögen des finanzierten Unternehmens vor. Venture Debts eignen sich insbesondere für schnell wachsende Start-ups, die ihren Kapitalbedarf zur Expansion kurzfristig nicht mehr decken können oder durch Corona in Finanzierungsschwierigkeiten gelangt sind. 

Ein zentraler Vorteil für Start-ups bei einer Fremdfinanzierung durch Venture Debt ist, dass sich die Beteiligungsstruktur am Unternehmen nicht ändert, da es sich bei den Darlehen weiterhin um Fremdkapital handelt. Deshalb wird in vielen Fällen auch keine oder eingeschränkte Due-Dilligence Prüfung erfolgen. Hierdurch können Unternehmen schnell und effektiv auch in Krisenzeiten an frisches Kapital gelangen. Weiterhin ist das Darlehen in der Regel nicht zweckgebunden: das Unternehmen ist frei in der Mittelverwendung. 

Zu beachten gilt allerdings, dass in einigen Fällen die Darlehensverträge eine Verpflichtung beinhalten, die Darlehenssumme durch den Darlehensgeber zukünftig in Eigenkapitalanteile umwandeln zu können. 

 

Unternehmensfinanzierung in der Krise: Die Rolle des Staats

Wie bereits genannt gibt es auch von staatlicher Seite Unterstützung in Krisenzeiten. Dafür haben Bund und Länder Förder- und Hilfsprogramme aufgesetzt. Sie bieten als Corona-Soforthilfe Überbrückungsmaßnahmen für kleinere Unternehmen an, bei denen der Umsatz im Vergleich zu Vorjahresmonaten im Förderzeitraum um durchschnittlich 60 % eingebrochen ist. Anträge für die Fördermonate Juni bis August 2020 müssen allerdings bis zum 30. September 2020 gestellt werden. Anträge für die Fördermonate September bis Dezember können ab Oktober gestellt werden. 

Die KfW verlangt für ihren Kredit für junge Unternehmen unter anderem, dass Start-ups bereits drei Jahre am Markt aktiv sind oder mindestens zwei Jahresabschlüsse vorweisen können. Weiterhin hat der Bund zudem Unternehmern im Internet eine umfangreiche Datenbank zur Suche von Förderprogrammen bereitgestellt. 

Diese vorgenannten staatlichen Maßnahmen werden Start-ups allerdings in der Regel nicht ausreichend zur Finanzierung verhelfen, wenn keine Corona-bedingten Einbußen vorliegen. Etwa deshalb, weil noch kein Gewinn erwirtschaftet wurde und/oder das Start-up erst kürzlich gegründet wurde. 

Somit können gerade alternative Finanzierungsformen in Krisenzeiten eine besonders probate Methode sein, um Start-ups und KMU die nötige Liquidität und damit die Unternehmensfinanzierung zu sichern. 

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