Rekord-Investing bei vilisto: In weniger als 12 Stunden zum Fundingziel

Lesedauer: 4 Minuten

Veröffentlicht am 14. März 2022
Digitales Wärmemanagement für Nichtwohngebäude – was zunächst unscheinbar klingt, birgt riesiges Potenzial zur Einsparung von Energie und damit auch von CO₂: Öffentliche Gebäude und Bürokomplexe werden oft durchgängig beheizt, obwohl sie nur 80 Prozent der Zeit genutzt werden. Der Gebäudesektor hat einen enormen Nachholbedarf, um die Klimaziele zu erreichen und seinen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Ziele, die nur gemeinschaftlich zu erreichen sind. Auch aus diesem Grund hat sich das Hamburger Startup vilisto bei seiner Wachstumsfinanzierung für ein Crowdinvesting entschieden und über die Plattform der GLS Crowd Kapital eingeworben. Dass Energiethemen und die Crowd gut zusammenpassen, zeigte sich bei der vilisto-Kampagne besonders eindrücklich: In nicht mal 12 Stunden hatte das Startup sein Fundingziel von 1,5 Mio. Euro erreicht.

„Dass es so schnell geht, damit hatte bei uns und auch bei der GLS Bank niemand gerechnet“, blickt vilisto-Mitgründer und CEO Christoph Berger auf den 20. Januar 2021 zurück. In nur 11 Stunden und 37 Minuten war das Fundingziel des Hamburger Energie-Startups erreicht. „Aus dem eigenen Netzwerk wissen wir, dass einige Investitionswilligen nicht mehr zum Zuge gekommen sind“, berichtet Christoph Berger. Vilisto hatte sein Finanzierungsinstrument über die Plattform der GLS Bank angeboten. Als erste Plattform einer Bank in Deutschland ging die GLS Crowd 2017 an den Start – basierend auf der technischen Infrastruktur von portagon. Seitdem wurden 24 Projekte über die GLS Crowd finanziert.

Die Gründer von vilisto: Christian Brase, Christoph Berger & Lasse Stehnke (von links nach rechts)

Perfect Match: Projekt und Plattform

„Die GLS Crowd passt sehr gut zu unseren Werten und unserer Mission, einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten“, begründet Christoph Berger die Entscheidung für die Plattform der Bank. Die GLS Crowd verbindet Menschen, die mit ihrem Geld sozial-ökologische Projekte verwirklichen wollen, mit Unternehmer:innen und deren zukunftsweisenden Ideen. Als Hardware-Startup hat vilisto selbstlernende Thermostate entwickelt. Diese erkennen über eingebaute Sensoren, wann ein Raum tatsächlich genutzt wird. Die dadurch mögliche vollautomatisierte Steuerung der Heizkörper kann die Energieeffizienz um bis zu 30 Prozent verbessern – dafür ist keine App oder Steuerung erforderlich.

Die Projekte, die auf der Crowdinvesting-Plattform der GLS Bank gelistet werden, werden nach strengen Kriterien ausgewählt. Der Mindestbetrag für Investierende liegt bei 250 Euro. Die Kriterien für das Finanzierungsinstrument hat Christoph Berger mit der GLS Bank gemeinsam festgelegt: Die Fundingschwelle lag bei 1 Mio. Euro, die Obergrenze bei 1,5 Mio. Euro. Das Nachrangdarlehen mit einer jährlichen Verzinsung von sechs Prozent und einem umsatzabhängigen Bonuszins läuft über einer Laufzeit von fünf Jahren.

 

„Rückblickend würde ich den Erfolg unserer Kampagne zu einem großen Teil der Plattform GLS Crowd zuschreiben, eine etablierte Crowd mit starker Reputation und Reichweite. Aber mit Sicherheit haben auch unser Geschäftsmodell, eine starke Marktposition und das Zeitgeschehen dazu beigetragen, dass Anleger:innen in vilisto investierten“, resümiert Christoph Berger. Crowdinvesting ist auch immer eine Frage des Timings.

Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend

Bei vilisto war der Zeitpunkt dieses Mal offensichtlich optimal und so kann die Kampagne aus finanzieller Sicht aber auch in Sachen Reichweite, Markenbekanntheit und Neukundengewinnung einen sehr wirksamen Boost geben.

 

2016 gegründet, basierte die Startfinanzierung von vilisto vor allem auf Eigenkapital und privaten Investor:innen. Zur Anschubfinanzierung war außerdem das EXIST-Stipendium entscheidend: damit fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz Existenzgründungen aus der Wissenschaft. In bis heute fünf Finanzierungsrunden hat das Hardware-Startup neues Kapital gewonnen, um sein Wachstum zu finanzieren, ohne dabei Fremdkapital aufzunehmen. „Unsere allerersten Gehversuche in Sachen Crowdinvesting machten wir 2016 bei Kickstarter, als vilisto noch in den Kinderschuhen steckte“, berichtet Christoph Berger. Die Kampagne war zum damaligen Zeitpunkt nicht erfolgreich – umso beeindruckender die Entwicklung, die vilisto mit der aktuellen Kampagne belegt. Inzwischen gehören Kunden wie die Stadt Hamburg oder die Europa-Center AG, eine Bürohausmarke mit Immobilien in ganz Deutschland, zu den Kunden von vilisto.

 

Als Hardware-Startup hat vilisto einen vergleichsweise hohen Kapitalbedarf und ist für Venture Capitalists unattraktiver als andere Tech-Unternehmen. Um sich unabhängig von Banken zu machen, ist vilisto für seine Wachstumsfinanzierung den Weg über die Crowd gegangen: neben dem frischen Kapital bleibt das Unternehmen dadurch auch attraktiv für andere Investor:innen wie z. B. Family-Offices.

Finanzierung trifft Akquise

Anleger:innen sind fast immer mehr als nur Investor:innen, sie sind gleichsam Multiplikator:innen: Sie konsumieren, sie bewerten und sie arbeiten – in öffentlichen Gebäuden oder Bürokomplexen, für welche die vilisto-Lösung ein wirksamer Beitrag zur Senkung des Energiebedarfs sein kann. Als Arbeitnehmer:innen können sie diesen Bedarf in ihr Unternehmen tragen. Nicht selten kommen diese Impulse nicht aus dem dezentralen Gebäudemanagement oder der -verwaltung, sondern von den Menschen, welche die Räume täglich nutzen.

Die Anleger:innen von vilisto sind über Deutschland verteilt, insgesamt haben in der aktuellen Kampagne 490 Anleger:innen investiert: Etwa 3.000 Euro betrug die durchschnittliche Investmenthöhe, dabei wurden aber vor allem viele kleine und mehrere größere Beträge investiert.

Das Team hinter vilisto

Wachstumsfinanzierung über der Crowd

Vilisto will weiter wachsen: Mit dem eingeworbenen Kapital plant das Unternehmen den Vertrieb weiter ausbauen, Personal aufstocken und seine Technologie weiterzuentwickeln.

„Unser Ziel ist es, den Sektor der Nicht-Wohngebäude weiterhin anzuführen. Das Schöne ist, dass jeder und jede selbst aktiv werden kann – auch am Arbeitsplatz, Energie zu sparen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass oft Mitarbeitende Maßnahmen vorschlagen, die dann umgesetzt werden“, bekräftigt Christoph Berger. Und das ist mit vilisto vergleichsweise schnell und einfach: Die Lösung von vilisto kann für alle herkömmlichen Heizkörper angewendet werden: Hierfür wird lediglich das Thermostat ausgetauscht. Das trifft theoretisch auf 80 Prozent aller Heizkörper in Nicht-Wohngebäuden zu – enormes Potenzial und eine Lösung für eine gemeinschaftliche Aufgabe.

Christoph Berger kann sich gut vorstellen, Crowdinvesting auch weiterhin im Finanzierungs-Mix zu berücksichtigen. „Ich bin mir sicher, dass das nicht unsere letzte Crowdinvesting-Kampagne war“, sagt der CEO. Auch in Hinblick auf Crowdfinanzierung wird über vilisto in Zukunft noch einiges zu hören sein: bei der Revolution des Wärmemanagements.

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