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Laden und Investieren – das Startup OnCharge bietet Ladeinfrastruktur auch als Investment

Lesedauer: 5 Minuten

Veröffentlicht am 14. September 2021
Elektromobilität ist einer der wesentlichen Treiber der Mobilitätswende. Doch was nutzen neue Antriebs- oder Speichertechnologien, bessere Reichweiten und mehr E-Modelle, wenn die Ladeinfrastruktur nicht Schritt halten kann? OnCharge hat sich dieses Problems angenommen und verfolgt eine klare Mission: Ladesäulen für alle. Das Startup aus Köln bietet öffentliche Ladesäulen in Wohngebieten, damit E-Mobilität für alle zugänglich wird – unabhängig von Wohneigentum mit Garage und Stellplatz. Im Mai 2021 reagiert das Unternehmen dann auf die wiederholte Nachfrage von Kund:innen und Interessierten und gestaltet ein exklusives Finanzierungsinstrument: Ein Investment-Experiment, das zur Erfolgsgeschichte wird.

„Genau wie mir damals ergeht es vielen Menschen in Deutschland – jeden Tag“, erzählt Denise Neumann, Gründerin von OnCharge. „Als ich mir vor drei Jahren ein Elektroauto kaufte und mich dann in Bus und Bahn wiederfand, um den Weg von der nächsten Ladestation zu meiner Wohnung zurückzulegen, erkannte ich diesen enormen Bedarf an öffentlichen Ladesäulen.“

Denise Neumann lebt und arbeitet in Köln. Sie fährt Auto, sie wohnt zur Miete, sie ist Straßenparkerin. Auf viele Menschen in Deutschland trifft genau das zu. Gleichzeitig wollen immer mehr Autobesitzer:innen auch ohne privates Wohneigentum auf E-Autos umsteigen. Doch oftmals ist der Weg zur nächsten Ladesäule einfach zu weit. Die mangelhafte Infrastruktur ist eines der häufigsten Gegenargumente gegen E-Fahrzeuge beim Autokauf. Trotzdem hat sich innerhalb eines Jahres (2020 zu 2021) die Anzahl der zugelassenen E-Fahrzeuge in Deutschland mehr als verdoppelt. Das zeigt sich auch in der Nachfrage nach öffentlichen Ladesäulen: Von zwei Anfragen pro Tag nach Unternehmensgründung erreichen OnCharge inzwischen 50 Anfragen jeden Tag. 

Kostenlose Bürger-Säule auf Anfrage

Doch wie genau funktioniert das OnCharge-Prinzip und wie lässt sich damit Geld verdienen? OnCharge errichtet kostenlos Ladesäulen auf Anfrage von Bürger:innen, zum Beispiel in Wohngebieten. Das kann auf einem privaten Parkplatz sein, der frei zugänglich ist oder eben auf öffentlichen Flächen. „Von der Anfrage bis zur Inbetriebnahme der Ladesäule dauert es durchschnittlich vier Monate“, erklärt Denise Neumann. Die Dauer hängt vor allem von der Kooperationsbereitschaft der Kommune oder zuständigen Behörde ab, wenn auf öffentlicher Fläche errichtet wird. OnCharge prüft die Anträge, ermittelt geeignete Standorte und deren Wirtschaftlichkeit, beantragt die Errichtung der Ladesäule, kooperiert mit den zuständigen Stromversorgern und ermöglicht schlussendlich die Inbetriebnahme der Ladestation. Für den oder die Antragsteller:in ist das Ganze kostenlos, finanziert wird das Konzept über den Stromverkauf aus der Säule.

auto an Oncharge Säule

Impact loading, impact investing

Vor der eigenen Haustür eine Ladesäule zu errichten, das hat für viele Kund:innen von OnCharge auch einen hohen emotionalen Wert – über den praktischen Nutzen hinaus. Sie können aktiv und selbstwirksam Teil der Mobilitätswende und nachhaltiges Vorbild sein. „Uns erreichten immer wieder Anfragen von Kund:innen oder Interessierten, ob ein Investment in eine Ladesäule möglich wäre“, erzählt Denise Neumann. Das Unternehmen erkannte das Potenzial in diesen Anfragen und machte sich auf die Suche nach einem geeigneten Partner für die Umsetzung eines digitalen Finanzinstruments, das privaten Anleger:innen die Teilhabe an einer Ladesäule ermöglichen sollte.

Denise Neumann

Denise Neumann

Gründerin OnCharge

"Für unsere Idee und unser geplantes Finanzprodukt war die Lösung von portagon die einzige Möglichkeit."

„Auf einer der gängigen Plattformen für grüne Investments hätten wir unser Vorhaben nicht platzieren können, denn allein das Mindestvolumen ist vergleichsweise hoch“, erläutert Denise Neumann die Entscheidung für portagon One.

Das Angebot von OnCharge für private Investor:innen sieht so aus: 8.300 Euro über acht Jahre als Nachrangdarlehen bei einem festen Zinssatz von drei Prozent. Dabei können die Anleger:innen den Erfolg der Ladesäule und damit ihres Investments selbst steigern: Sie erhalten einen jährlichen erfolgsabhängigen Bonuszins von bis zu 1,5% auf ihr investiertes Kapital. Das bedeutet: Je mehr Kilowattstunden eine Ladesäule verkauft, desto höher der Bonuszins.

Exklusives Angebot für vorgemerkte Interessierte

Das Startup entschied sich dafür, das Investment einem begrenzten Kreis von vorgemerkten oder bestehenden Kund:innen anzubieten – mit großem Erfolg.

„Die Nachfrage nach unserem Investment hat unsere Erwartung übertroffen“, sagt Geschäftsführerin Denise Neumann. Mehr als 20 Prozent der angeschriebenen Interessierten schlugen zu. Das Spannende daran: Fast keiner der Investor:innen ist auch Kund:in. „Unser Investitionsangebot hat für private Investoren einen sichtbaren, messbaren Wert“, beschreibt Denise Neumann das Erfolgspotenzial der Kampagne. Mit einer Namens-Plakette an der errichteten Ladesäule können Investor:innen sichtbar belegen: Ich habe in eine nachhaltige Zukunft investiert und damit Lademöglichkeiten für die ganze Nachbarschaft geschaffen. Innerhalb von nur zwei Monaten hatte OnCharge die Fundingschwelle von 99.600 Euro erreicht: das entspricht 12 Ladesäulen.

Die Kampagne als Teil des Geschäftsmodells

Den Bezug zum Investment mit dem sichtbaren Impact-Faktor identifiziert Denise Neumann als Haupt-Motivation zu investieren. Für das E-Mobilitäts-Startup war die Akquise von Anleger:innen dadurch problemlos. Im Gegenteil: Die Exklusivität des Angebots schaffte eine große Nachfrage. Nach der erfolgreichen ersten Kampagne plant das Kölner Unternehmen die nächste Runde. Hierfür können sich interessierte Anleger:innen derzeit auf einer Warteliste registrieren.

Für OnCharge steckt in der Kampagne mehr als ein Finanzierungsinstrument. Das Unternehmen erweitert damit sein Geschäftsmodell und bietet nicht nur die Errichtung von Ladesäulen, sondern auch das Investment in diese an. „Damit schließt sich für uns ein logischer Kreis“, sagt Denise Neumann. Die Mobilitätswende ist ein gesellschaftliches Thema, das nur durch die gemeinschaftliche Beteiligung von Bürger:innen vorangetrieben werden kann. Durch die Anlagemöglichkeit, wie sie OnCharge bietet, ist die Teilhabe an Elektromobilität und an deren Infrastruktur nun auch für private Anleger:innen möglich.

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