Mental Health to go – Mentaler Support auf dem Smartphone

Lesedauer: 6 Minuten

Veröffentlicht am 12. Mai 2022
Die Mitarbeitenden bei portagon können seit Anfang März mit der nilo.health App mehr für ihre mentale Gesundheit tun. Die für Unternehmen entwickelte Lösung soll die portagoneers dabei unterstützen, ihr Wohlbefinden zu steigern und Resilienz zu stärken. Das Angebot umfasst dabei nicht nur Trainings zur Stressbewältigung, sondern auch One-on-One Sessions mit Therapeut:innen. Damit will portagon ein Zeichen setzen und für mehr Offenheit werben.

Mental Health – ein Tabu in Deutschland

In den letzten zehn Jahren haben sich die Fehltage aufgrund von psychischen Erkrankungen mehr als verdoppelt. Mit den enormen Herausforderungen der Corona-Pandemie hat sich dieser Trend verschärft: Laut einer DAK-Studie erreichte der Arbeitsausfall aufgrund psychischer Erkrankungen 2021 einen Rekordstand mit 276 Fehltagen je 100 Versicherte. Dabei fallen Depressionen neben Angst- und Anpassungsstörungen am meisten ins Gewicht. In Deutschland sind psychische Erkrankungen in vielen Bereichen leider immer noch noch ein Tabu-Thema. Während in anderen Ländern wie den USA der Gang zum Therapeuten sogar Stoff für Smalltalk ist, werden bei uns Depression oder auch Burnout als persönliche Schwäche gewertet. Anders als ein angeknackster Knöchel gelten psychische Krankheitsbilder als selbst gewählt, wer darunter leidet, traut sich meist nicht offen darüber zu sprechen.

Was sind die Gründe, warum mentale Gesundheit immer mehr in den Fokus rückt?

Dass die psychische Gesundheit in Unternehmen an Relevanz gewinnt, hat unterschiedliche Ursachen. Zum einen sind es die zunehmenden Fehlzeiten, die Unternehmen wie Mitarbeitende belasten. Treiber dieser Entwicklung sind aber auch generelle Trends der Arbeitswelt, wie starker Leistungsdruck, ständige Erreichbarkeit oder auch das Verschwimmen von privatem und professionellem Leben.

Auch wenn das Stigma nach wie vor groß ist, bröckelt der Putz langsam. Immer mehr Menschen sind sensibilisiert für psychische Erkrankungen. Ob Unternehmen einen großen Wert auf eine menschenzentrierte Unternehmenskultur legen, kann dabei eine große Auswirkung auf das Wohlbefinden der Mitarbeitenden haben und somit auch auf ihre psychische Gesundheit. In Zeiten, in denen sich der War for Talents immer weiter verschärft, können es sich Unternehmen nicht leisten dieses Thema zu ignorieren.

Ein neues Bewusstsein für mentale Gesundheit

Das ist auch der Ansatz von nilo.health. In den meisten Köpfen ist verankert, sich erst dann um die mentale Gesundheit zu kümmern, wenn bereits etwas im Argen liegt. Dabei wäre es der bessere Weg, präventiv zu handeln. Wir ernähren uns gesund und gehen ins Fitnessstudio, um unseren Körper fit zu halten – genauso sollten wir auch mit mentaler Gesundheit umgehen. 

Unternehmen, die präventive Maßnahmen umsetzen und zu einem Teil ihrer Corporate Culture machen, setzen nicht nur starke Zeichen, sondern stellen auch das richtige Handwerkszeug bereit, damit ihre Mitarbeitenden besser mit Herausforderungen und schwierigen Phasen umgehen können.

Mehr als nur eine App

Zu diesem Zweck hat nilo.health eine App für Unternehmen entwickelt: mental Health to go, griffbereit in der Hosentasche. In der App können Mitarbeitende Trainings wahrnehmen, wie beispielsweise Achtsamkeitsübungen, geführte Meditationen oder Traumreisen als Einschlafhilfe. Was das Gesamtpaket von nilo.health jedoch besonders macht ist das Angebot von One-on-One Sessions mit ausgebildeten Therapeut:innen. Dabei ist der Anspruch von Person zu Person unterschiedlich: während die einen Probleme haben, sich im Homeoffice eine klare Struktur zu schaffen, leiden andere unter einer schweren Trennung. Der individuelle Bedarf wird bei der Nutzung der App erhoben und ist Teil des Algorithmus, der das Matchmaking zwischen Nutzer:innen und  Therapeut:innen generiert.

Andrea Spiegl

Senior B2B Content Marketing Manager bei nilo.health

„Uns ist wichtig unser Angebot von Coaching zu unterscheiden, auch wenn wir beides anbieten. Coaching ist als Begriff nicht nur überbeansprucht, sondern auch undefiniert. Bei nilo.health wollen wir ein fundiertes mentales Gesundheitsangebot liefern - alle unsere Therapeut:innen haben ein psychologische oder psychotherapeutische Ausbildung“

portagon hat sich für nilo.health entschieden, weil die App als eigenständiges Angebot Vertraulichkeit und ein neutrale Ebene schaffen. Sie bietet für jedes Bedürfnis das Richtige: Traumreisen zum Entspannen, Tipps, um generellen mental Load zu verringern, oder auch Anstoß zur professionellen Hilfe, wo sie benötigt wird. Wie, wo und wann nilo.health genutzt wird, kann jede:r für sich und individuell entscheiden.

Culture hat den Lead

Bei portagon ist uns eine gute Arbeitsatmosphäre ein wichtiges Anliegen. Nur wer sich wohlfühlt, kann sich voll einbringen und ist intrinsisch motiviert die Unternehmensziele gemeinsam voranzubringen. Dabei ist uns vollkommen klar, dass eine gute Unternehmenskultur sich nicht von selbst entwickelt – wir möchten Angebote schaffen, die einen Mehrwert für alle bieten. Dazu gehört nicht nur die nilo.health App, sondern eine ganze Reihe: Ein internes Motivationsteam kümmert sich um regelmäßige Teamevents mit Spaßfaktor und setzt sich für weitere Benefits ein. Dazu gehört beispielsweise die kostenfreie Nutzung der Sprachlernapp Babbel oder auch ein Jobticket für den ÖPNV.

Moritz Neppe

von den GOATs, Motivationsteam bei portagon

„Wir haben Umfragen unter den Mitarbeitenden gemacht: Wie geht es euch eigentlich, was wünscht ihr euch? Und gleichzeitig recherchiert, was Unternehmen für Initiativen ergreifen können. Ein intensiver Workload, Aufstiegsdruck oder auch private Probleme belasten die mentale Gesundheit. Mit nilo.health wollen wir dagegen steuern und auch das Zeichen setzen, dass es bei uns nicht als Schwäche gewertet wird.“

Stigma brechen und Hürden senken

Auch wenn nilo.health mit Expert:innen vom Fach zusammenarbeitet, ersetzt die App keine Langzeittherapie. Gerade bei schweren Problemen oder hohem Betreuungsbedarf macht es Sinn, eine Psychotherapie bei niedergelassenen Therapeut:innen zu starten, erklärt Andrea Spiegl von nilo.health. nilo.health unterstützt und berät hier und kann außerdem helfen, lange Wartezeiten mit akuter Unterstützung zu überbrücken. In Onlinesessions mit den Nutzer:innen von nilo.health können sie Impulse geben und mit ihrem Fachwissen auch Empfehlungen aussprechen, ob eine Psychotherapie im Einzelfall ratsam ist. Diese professionelle Einordnung kann die Hürde senken, den Schritt zur eigenen Therapie zu wagen.

Mental Health als Verantwortung

Auch wenn nilo.health ein Angebot ist, das auf individueller Ebene unterstützt, ist psychische Gesundheit auch vom Kontext beeinflusst. Im Unternehmen bedeutet das beispielsweise die Zusammenarbeit im Team, die Gestaltung von Arbeitsprozessen und auch wie Leadership im Unternehmen gelebt wird. Wir bei portagon sehen es als unsere Verantwortung, eine Teamkultur zu fördern, die Offenheit ermöglicht und nach oben stellt – ganz im Sinne jede:s einzelnen portagoneers.

Über nilo.health

nilo.health ist ein 2020 gegründetes Unternehmen aus Berlin mit einem stark wachsenden Team. Das Angebot umfasst die nilo-health App für Unternehmen inklusive der in der App buchbaren One-on-One Sessions mit Therapeut:innen. Darüber hinaus bietet nilo.health Roundtables und Workshops rund um das Thema Mental Health am Arbeitsplatz. Auf dem Weg mentale Gesundheit im Unternehmen zu fördern, begleiten sie neben portagon viele andere Unternehmen, wie z.B. auch Freeletics, One Hiring, Soundcloud oder Vivid Money.

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