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Für welche Unternehmen kommt Crowdinvesting in Frage?

Lesedauer: 3 Minuten

Veröffentlicht am 10. September 2019
Kleine und mittelständische Unternehmen, Start-ups, Banken, Immobilienentwickler oder Erneuerbare Energien: Crowdinvesting kommt in den unterschiedlichsten Unternehmen zum Einsatz. Welchen Zweck die alternative Finanzierungsform – neben der reinen Kapitalbeschaffung – für welches Unternehmen bzw. welche Branche erfüllt, haben wir Ihnen in einer Übersicht dargestellt.

Crowdinvesting für kleinere Unternehmen

Lange Zeit wurde Crowdinvesting als Finanzierungsinstrument betrachtet, das ausschließlich für Start-ups in Frage kommt. Doch die rasante Entwicklung der letzten Jahre mit Investitionen in Millionenhöhe haben der renditebasierten Schwarmfinanzierung neue Branchen erschlossen. Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) eröffnen sich so ganz neue Perspektiven.

Gerade bei kleinen Unternehmen ist Kapital oftmals anderweitig gebunden. Das erschwert ein weiteres Wachstum, wodurch Investitionen in neue Projekte warten müssen. Mit einer Schwarmfinanzierung können kleine Unternehmen ihre eigene Position gegenüber Banken stärken: Denn wer einen Kredit möchte, muss in der Regel entsprechende Eigenkapitalbestände vorweisen. Crowdinvesting sorgt dafür, dass sich diese Eigenkapitalbasis schnell und unkompliziert stärken lässt.

Crowdinvesting für den Mittelstand

„Der Mittelstand muss bei der Finanzierung neue Wege gehen“, davon ist Thomas Maier, Geschäftsführer von Eisele Pneumatics in Waiblingen, fest überzeugt. Der schwäbische Mittelständler setzt bei der Finanzierung einer neuen Produktlinie auf Crowdinvesting.

Für etablierte mittelständische Unternehmen bietet Crowdinvesting die Möglichkeit schnell und unkompliziert an frisches Kapital zu gelangen. Der deutsche Mittelstand steht verstärkt im internationalen Wettbewerb. Hier sind viel Flexibilität und ein hohes Tempo gefragt – Anforderungen, die klassische Finanzhäuser oft nicht erfüllen können. Denn für Investitionen das nötige Geld von Banken zu bekommen ist mit hohem Aufwand verbunden. Da dieser eher noch zunimmt, setzen Mittelständler wie Eisele auf die digitale Schwarmfinanzierung.

Ein weiterer wichtiger Aspekt, auf den mittelständische Unternehmen insbesondere einzahlen: Sie sind tief in der Region verwurzelt und haben durch Crowdinvesting die Möglichkeit, lokale und regionale Investoren an Bord zu holen. Dadurch können Mittelständler wachsen und gleichzeitig die eigenen Mitarbeiter am wirtschaftlichen Erfolg beteiligen.

Crowdinvesting für Start-ups

Die Geschäftsidee ist durchdacht, die ersten Vorbereitungen zum eigenen Unternehmen vollzogen, aber das Kapital fehlt noch. Und nun? Die Frage nach der Finanzierung der Geschäftsidee eint alle Start-ups. Die Branche war eine der ersten, die Kapital über die Crowd einsammelte. Zu Beginn handelte es sich dabei um kleinere Finanzierungsrunden zwischen 50.000 und 100.000 Euro. Mittlerweile reichen die Summen aber auch hier in den Millionenbereich. Zu welchem Zweck setzen Gründerinnen und Gründer auf die Schwarmfinanzierung?

Gerade junge Unternehmen benötigen Zeit, um sich zu entwickeln – und vor allem regelmäßig neues Kapital. Für Start-ups ist Crowdinvesting eine Möglichkeit, um eine erste Anschubfinanzierung sicherzustellen. Das betrifft vor allem Unternehmen aus technologiegetriebenen Branchen, die gerade zu Beginn ihres Bestehens einen hohen Kapitalbedarf aufweisen. Denn viele Mittel fließen in Forschung, Entwicklung oder die Anmeldung von Patenten. Dieser Kapitalbedarf lässt sich mit einer ersten Anschubfinanzierung decken – ohne dabei Unternehmensanteile abzugeben und sich in eine Abhängigkeit von Investoren zu begeben.

 

Feedback einholen und Öffentlichkeit schaffen

Ein Crowdinvesting-Projekt ist außerdem stets mit einem hohen Maß an Transparenz verbunden. Für viele Start-ups ist es nicht immer einfach, gerade zu Beginn ihres Bestehens, Informationen mit der Öffentlichkeit zu teilen. Doch auch das kann eine wertvolle Erfahrung sein. Denn so erhalten die Gründer erste Rückmeldungen und Tipps aus unterschiedlichen Perspektiven zu ihrem Produkt oder ihrer Geschäftsidee – und das von Anlegern, die bereit sind, sich intensiv damit auseinanderzusetzen. Schließlich möchten sie ihr Geld sinnvoll investieren.

Ein weiterer positiver Effekt, der für Start-ups von Relevanz ist: Mit Crowdinvesting lässt sich Öffentlichkeit schaffen. Junge Unternehmen können ihre Markenbekanntheit steigern und ihr Image stärken. Eine Marketingstrategie, die verschiedene Partner einbindet und Instrumente einsetzt, trägt nicht nur zum schnelleren Fundingerfolg bei. Es sorgt auch dafür, dass ein Startup seine Reichweite erhöht und bekannter wird. Dazu können verschiedene Marketing-Instrumente wie NewsletterAffiliatesSocial Media oder Storytelling eingesetzt werden.

Crowdinvesting für Banken

Mit Crowdinvesting haben Banken die Möglichkeit neue Finanzierungswege für Unternehmen zu schaffen und ihren Kunden gleichzeitig attraktive Investitionschancen zu bieten. Die digitale Direktfinanzierung sollte dabei nicht als Konkurrenz zum eigenen Kerngeschäft verstanden werden, sondern vielmehr als Chance, sich neues Potenzial zu erschließen und die Digitalisierung des eigenen Geschäftsmodells voranzutreiben.

Die strengen Eigenkapitalanforderungen von Banken stellen gerade für Start-ups sowie kleinere und mittlere Unternehmen hohe Hürden bei der Unternehmensfinanzierung dar. In den vergangenen Jahren haben alternative Finanzierungsinstrumente für diese Unternehmen an Bedeutung gewonnen. Für Banken stellt sich die Frage, wie sie diese Möglichkeiten auch ihren Kunden zugänglich machen.

Ein neues digitales Geschäftsmodell

Crowdinvesting bietet hier eine Lösung an. Damit können Banken auch Unternehmen bedienen, die den strengen Eigenkapitalanforderungen nicht gerecht werden. Diesen Unternehmen bietet die Schwarmfinanzierung die Chance, ihre Eigenkapitallücke aufzufüllen, die sie anschließend zu einem Bankkredit befähigen. Banken können diesen Unternehmen den alternativen Finanzierungsweg aufzeigen.

Die Bankenbranche erkennt dieses Potenzial und stellt sich dementsprechend auf. Jüngst haben beispielsweise die DKB Bank, die Volks- und Raiffeisenbank Würzburg oder die GLS Bank eine Crowdinvesting-Plattform mit einem eigenen Betreibermodell gestartet.

Crowdinvesting für Immobilienentwickler

Für Immobilienprojektentwickler ist die Finanzierung ihrer Immobilien mittels Crowdinvesting noch eine Nische in Deutschland – aber eine, die beständig wächst. Laut dem Crowdinvest Marktreport Deutschland wurden im vergangenen Jahr mehr als 3.300 neue Wohneinheiten mit digitaler Direktfinanzierung gebaut und dafür rund 210 Millionen Euro eingeworben. Das entspricht einem Zuwachs von 63,2 Prozent im Vergleich zu 2017.

Die hohen Wachstumsraten sind auch Ausdruck des Immobilienbooms in Deutschland. Crowdinvesting-Plattformen wie Exporo, Zinsland oder Bergfürst sind mittlerweile auch außerhalb der Branche bekannt. Zudem haben sich Immobilien zu einer Geldanlage entwickelt, die nicht mehr nur Großinvestoren vorbehalten ist. Privatanleger können schon ab geringen Beträgen investieren.

Doch warum wird Crowdinvesting für Projektentwickler zunehmend interessant? Zum einen wird für den Bau oder die Renovierung von Immobilien viel Eigenkapital langfristig gebunden, wodurch einerseits neue Projekte nicht angestoßen werden können. Andererseits ist es für Unternehmen mit geringer Eigenkapitalquote schwieriger an Bankkredite zu gelangen. Crowdinvesting ist für Immobilienprojektentwickler also ein Instrument der Refinanzierung. Real Equity hat auf diesem Weg A-Immobilien in B-Städten refinanziert. 

Crowdinvesting für Erneuerbare Energien

Beim Crowdinvesting in Erneuerbare Energien können Anleger in ökologisch sinnvolle Vorhaben investieren. Investitionen in diesen Bereich boomen. Ob Photovoltaik, Windkraft oder Biogas: 2018 investierten Anleger in Deutschland 219,1 Milliarden Euro. 2009 waren es noch 12,9 Milliarden Euro. Der Anteil von alternativen Finanzierungsformen wie Crowdinvesting ist jedoch noch sehr gering. Hier bewegte sich das Gesamtinvestitionsvolumen im niedrigen dreistelligen Millionenbereich – und dennoch können Schwarmfinanzierungen einen wesentlichen Beitrag leisten.

Denn Unternehmen, die in diesem Bereich tätig sind, können der Öffentlichkeit nicht nur die Möglichkeit geben, in ein ökologisch sinnvolles Projekt zu investieren und von attraktiven Renditen zu profitieren. Einhergehend mit den stetig wachsenden Investitionsvolumen wächst auch das Bewusstsein für ökologische und nachhaltige Projekte. So werden Bürgerbeteiligungen, die schon mit geringen Beträgen möglich sind, für Privatanleger attraktiver.

Damit schärft sich nicht nur das Bewusstsein für die ökologischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Crowdinvesting kann dafür sorgen, Akzeptanz bei der lokalen Bevölkerung zu schaffen. Denn es ist eine Finanzierungsform, bei der die Bürger eingebunden werden. Die Kommunikation von Projekten ist transparent. Die Informationen sind offen zugänglich.

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