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Ausbau finanzieren: Erneuerbare Energien und die Crowd – eine Erfolgsstory 

Lesedauer: 7 Minuten

Veröffentlicht am 19. Oktober 2021

Die Energiewende ist eine Mammutaufgabe, die massive Investitionen benötigt. Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist dabei der zentrale Schlüssel. Unabhängig von finanz- oder klimapolitischen Entscheidungen – die Energiewende kann nicht von wenigen Akteuren allein finanziert werden. Vielmehr sind Bürger:innen gefragt, sich am Ausbau kleiner und dezentraler Anlagen zu beteiligen. Das Hamburger Unternehmen enyway hat aus dieser Idee heraus Crowdinvesting fest in seiner Finanzierungsstrategie verankert – als Teil des Geschäftsmodells. 

 

„Tschüss Großkonzerne. Hallo Ökostrom aus deiner Region.“ Die Mission von enyway ist eindeutig: die Energiewende vorantreiben, um gemeinsam den Klimawandel zu stoppen. Das Angebot: Teil der Lösung werden. Und das geht sowohl als Kund:in als auch als Investor:in. Enyway bringt mit „enyway Power“ private Ökostromerzeuger:innen und Stromkund:innen zusammen. Mit dieser Idee wurde das Hamburger Energieunternehmen zur weltweit ersten kommerziellen Peer-to-Peer-Plattform für Ökostrom direkt vom Erzeuger.  

Energiewende vorantreiben – als Kund:in und private Investor:in 

2020 deckten erneuerbare Energien 19,3 Prozent des Endenergieverbrauchs in Deutschland. Damit übertraf die Bundesrepublik das im Rahmen der EU-Richtlinie zur Förderung erneuerbarer Energien festgelegte Ziel von 18 Prozent. 2030 sollen erneuerbare Energien hierzulande 30 Prozent ausmachen, 2050 dann 60 Prozent. Ein Ziel, das nur mit gemeinsamer Anstrengung zu schaffen sein wird. 

2017 starteten die Hamburger ihr Produkt „enyway Power“ – und sorgten für große Aufmerksamkeit. „Revolution auf dem Energiemarkt“ titelte gar SPIEGEL ONLINE. Bei der Vision, den Energiemarkt zu dezentralisieren und zu demokratisieren, lag die Idee einer Crowdinvesting-Kampagne quasi auf der Hand. So sollte allen Bürger:innen die Möglichkeit gegeben sein, an der Energiewende zu partizipieren – als private:r Investor:in und eben auch ohne Eigenheim mit Solardach oder Windrad vor der Haustür. Über eine Crowdinvesting-Kampagne von enyway konnte sich jede Bürgerin und jeder Bürger am Bau einer Solaranlage beteiligen: mit einer jährlichen Rendite zwischen vier und sechs Prozent, in Abhängigkeit vom Ertrag und über eine Laufzeit von acht Jahren. Für die Ökostromproduzenten bot das den entscheidenden Vorteil: Sie konnten ihre Anlage schneller refinanzieren und in weitere Anlagen investieren. 

Kurz erklärt: Das bedeutet Crowdinvesting für erneuerbare Energien 

Crowdinvesting im Bereich der erneuerbaren Energien verknüpft ökologische Motive mit wirtschaftlichen Aspekten: Anleger:innen finanzieren mit ihrem Kapital den Ausbau erneuerbarer Energien. Die Unternehmen oder Projektinitiator:innen erhalten im Gegenzug Kapital und diversifizieren ihre Finanzierungsstruktur.  

Crowdinvesting ist ein alternatives Instrument zur Kapitalbeschaffung. Dabei investieren viele Einzelanleger:innen geringe Geldbeträge in ein Unternehmen oder Projekt – üblicherweise über eine Internet-Plattform. Crowdinvesting ist also eine Form der Schwarmfinanzierung (Crowdfunding), bei der die Anleger:innen finanziell am Erfolg eines Unternehmens oder Projekts beteiligt werden. Im Gegenzug erhalten sie neben ihrem eingesetzten Kapital auch einen vorab festgelegten Zinssatz über eine bestimmte Laufzeit zurück. Sie sind jedoch nicht am Unternehmen beteiligt oder erhalten Mitspracherecht bei unternehmerischen Entscheidungen wie bei klassischen Beteiligungen. 

Ob Windpark, Geothermie oder Fotovoltaikanlage: Mit Crowdinvesting lassen sich bis zu 2,5 Mio. Euro je Projektvorhaben und bis zu 6 Mio. Euro pro Jahr prospektfrei einwerben. 

Philipp Vohrer

ehemaliger Geschäftsführer der Agentur für erneuerbare Energien (AEE) 

„Das Umlenken von Geldströmen von fossilen in die erneuerbaren Energien muss rasch an Fahrt gewinnen, wenn wir die globalen Klimaschutzziele erreichen wollen.“ 


Mehr als Kapital – die Vorteile der Crowd für E-Energieprojekte 

Die Kapital einwerbenden Unternehmen erhalten in der Regel MezzanineKapital, eine Mischform aus Fremd und Eigenkapital. Mezzanine wird als wirtschaftliches Eigenkapital behandelt und als solches auch von Banken anerkannt. Das führt zu einer besseren Liquidität, stärkt die Bonität und erleichtert so den Fremdkapitalzugang – also die Aufnahme von Krediten. Die Finanzierung von Energieanlagen mithilfe vieler Einzelpersonen hat in Deutschland Tradition: Crowdinvesting greift das genossenschaftliche Prinzip auf und beteiligt viele Einzelne mit geringen Beträgen am Ausbau von erneuerbaren Energien. 

Genau darin liegt ein entscheidender Vorteil: Neben den finanziellen Aspekten sind es positive Auswirkungen, die nicht direkt messbar sind: So können Unternehmen mit Crowdinvesting-Kampagnen ihre Markenbekanntheit steigern, für ihr Geschäftsmodell werben und ihr Image stärken. Dies lässt sich mit dem entsprechenden Anleger-Marketing realisieren. 

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portagon ist Spezialist für digitale Finanzierungen. Mehr als 300 Kund:innen haben ihre digitale Finanzierung bereits mit der portagon-Software realisiert. Die Lösung bietet nicht nur den einfachen und schnellen Zugang zu Kapital, sondern den vollständig sicheren und individuellen Prozess. Neben der Verwaltung der Anleger:innen und eigenen Emissionen hat portagon in den vergangenen Jahren ein Ökosystem geschaffen, das über die Abwicklung hinaus geht: Über den Marktplatz portagon next können Emittenten ihre Reichweite steigern und mehr Investor:innen erreichen. 

 

Impact Investing: enyway setzt weiter auf die Crowd 

2017 hat enyway nicht nur gezeigt, dass es in Sachen Strom anders geht, sondern auch, dass dessen Finanzierung anders funktionieren kann. Mithilfe von Crowdinvesting starte das Hamburger Unternehmen in 2020 nun das nächste Projekt „enyway impact“ und ermöglicht es Bürger:innen, aber auch Unternehmen, Geld in nachhaltige Projekte zu investieren, um damit neben einer Rendite auch eine entsprechende Menge an CO₂ auszugleichen. 

Beim ersten Crowdfunding-Projekt, eine Waldaufforstung in der Region Sabah auf Borneo, bot enyway mit dem Projektpartner Merica Investor:innen die Möglichkeit, in den Ausbau von ca. 100 Hektar Wald zu investieren. Das erste Impact-Projekt war bereits ein voller Erfolg: Innerhalb von drei Wochen sammelte enyway 300.000 Euro ein. Inzwischen wurden durch enyway impact fast 2,5 Millionen Euro eingesammelt, um über 800 Hektar Wald im Norden von Borneo aufzuforsten und zu bewirtschaften.  

Für das Team um die Geschäftsführer Heiko von Tschischwitz und Andreas Rieckhoff war schnell klar, dass für sie als eigenständiger Plattformanbieter nur eine White-Label-Lösung infrage kam. 

enyway

enyway

„Wir wollten eine Software, die sich nahtlos in unseren Investitionsprozess integrieren lässt. So können wir unser eigenes Frontend nutzen, welches unsere Kunden kennen. Sie durchlaufen die Customer Journey in gewohntem Umfeld.“ 

Neue Chance durch digitale Finanzierung 

Die Möglichkeiten der digitalen Finanzierung geben Bürger:innen die Chance zurück: aktiv die Energiewende zu beschleunigen. Für die Demokratisierung von Kapital hat mittels Schwarmfinanzierung jede:r die Möglichkeit, zu investieren. Erneuerbare Energieprojekte sind dabei längst keine Randschauplätze mehr, sondern mehr als relevant für den privaten Kapitalmarkt, der Rendite erzielen will, aber eben mit gutem Gewissen. 

Der Markt für nachhaltige Geldanlagen wächst: Allein in Deutschland stieg das Investitionsvolumen im Jahr 2019 um 23% auf 269 Mrd. Euro – ein Rekordwachstum, das sich vor allem auch auf dem privaten Kapitalmarkt zeigt. Investitionen von Privatanlegern in Fonds, die nachhaltige Kriterien berücksichtigen, haben sich zwischen 2018 und 2019 fast verdoppelt.

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