CrowdDesk heißt jetzt portagon.

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Die portagon Story

Lesedauer: 10 Minuten

Veröffentlicht am 11. August 2021
Jedem Unternehmen einen Kapitalzugang ermöglichen: Mit dieser Vision ist portagon, damals unter dem Namen CrowdDesk im Jahr 2015 gestartet. Seither hat sich einiges getan. Wie wurde aus CrowdDesk das Unternehmen, das es heute ist? Die ganze Geschichte in chronologischer Reihenfolge:

Der Kapitalzugang gehört zu den am schärfsten regulierten und aufwendigsten Prozesse, die es in der Wirtschaftswelt gibt. Nur wenige Unternehmen haben das Wissen darüber, wie sie sich – abseits von Bankkrediten – Kapital beschaffen können. Das wissen nur wenige Intermediäre. Sie entscheiden deshalb, wer Kapital erhält und welche Idee gefördert wird.

Wie verschafft man allen Unternehmen einen Kapitalzugang, sodass sie selbstbestimmt in der Lage sind, ihre Ideen zu finanzieren? Diese Frage treibt portagon an.

Doch der Reihe nach.

portagon: Freier Zugang zum Kapitalmarkt als Antrieb

Die Gründer Johannes Laub und Jamal El Mallouki kennen sich seit Kindertagen. Sie wachsen in Oppenheim in der Nähe von Mainz auf. Die Freunde sind schon früh umtriebig, soweit das in der rheinhessischen Provinz möglich ist.

Johannes

Gründer portagon

„Wir wollten was losmachen und uns ausprobieren. Auf dem Dorf ist das gar nicht so einfach. Die ersten unternehmerischen Versuche waren ein Musiklabel und das Programmieren von Websites für örtliche Gemeinden und Kommunen.“

Nach Abitur und Ausbildung schreiben sich beide 2009 an der EBS Universität in Oestrich-Winkel ein. Ein Jahr zuvor erreichte die Finanzkrise ihren Höhepunkt. Sie legte die offensichtlichen Schwachstellen des Banken- und Kapitalmarkts offen – Intransparenz und ineffiziente Prozesse.

Finanzbranche geprägt von Intransparenz

Studium an der EBS und anschließend Jobs in der Finanzbranche mit sechsstelligen Einstiegsgehältern – der vorgezeichnete Berufsweg erschien den beiden immer unwahrscheinlicher. „Wir fragten uns: Woher kann die Wertschöpfung kommen, wenn jemand mit einem solchen Gehalt, aber ohne Arbeitserfahrung in der Finanzbranche einsteigt?“, sagt Johannes heute.

Ihren Rückfragen diesbezüglich kann niemand zufriedenstellend beantworten.

Gerade beim Zugang zum Kapitalmarkt herrschen intransparente Strukturen vor. Wer Kapital erhält und welche Idee gefördert wird, entscheiden einzelne Akteur:innen. Von diesen Erfahrungen geprägt reift in Jamal und Johannes die Idee einer Finanzierungsalternative, die einen einfachen Zugang zum Kapitalmarkt ermöglicht – unabhängig von Dritten und bürgerschaftlich organisiert.

Ein weiterer Beleg dafür kommt aus Quickborn, einer Kleinstadt in Schleswig-Holstein. Dort sammeln in wenigen Tagen Bürgerinnen und Bürger vier Millionen Euro ein und finanzieren die Sanierung von öffentlichen Gebäuden.

Wie kann ein alternativer Kapitalzugang aussehen?

Jamal und Johannes verfolgen den Erfolg der ersten kommunalen Schwarmfinanzierung Deutschlands fasziniert mit. Sie sind überzeugt, dass dezentrale Finanzierungsformen eine Alternative zu Bankkrediten sind: eine bürgerschaftliche und zugleich unternehmerische Geldanlage.

Gemeinsam mit einem weiteren Jugendfreund entwickeln sie eine technische und rechtliche Infrastruktur, die es ermöglichen soll, dass Kommunen und Städte mittels Crowdfunding Kapital bei ihren Bürgern einsammeln.

2011 gehören sie damit zu den ersten in Deutschland die auf diesem Gebiet tätig sind. Die BaFin bestätigt die rechtliche Zulässigkeit – und im selben Jahr geht LeihDeinerStadtGeld.de als Plattform für Kommunalfinanzierung an den Start.

Start mit Kommunalfinanzierung

Die beiden vermarkten ihre Geschäftsidee und sprechen mit unzähligen Kämmerern und Bürgermeister:innen in ganz Deutschland. „Das erreichte schnell Aufmerksamkeit, trotzdem mussten wir feststellen, dass wir so keinen Cent verdienten“, erinnert sich Johannes an die Anfänge.

Was blieb? Jahrelanges Wissen über die technische und regulatorische Umsetzung bei Kapitalbeschaffungen und Finanzierungsstrukturen – und wo deren Hürden liegen.

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Pivot 2015: CrowdDesk startet

Dieses Wissen bündelten Jamal und Johannes in einer Softwarelösung. 2015 folgte der Pivot und der Start von CrowdDesk. Das Ziel: Jedes Unternehmen erhält einen einfachen Kapitalmarktzugang oder digitalisiert sein Geschäftsmodell mit der Software.

Die ersten CrowdDesk-Kunden starteten noch mit einer On-Premises-Lösung, darunter die erfolgreichen Plattformen Aescuvest und Zinsland (mittlerweile Exporo).

2017 überzeugte CrowdDesk die GLS Bank. Die GLS war die erste Bank Europas, die seinen Privat- und Firmenkund:innen Schwarmfinanzierungen anbot. Bis heute ist die GLS Crowd erfolgreich und sammelte knapp 23 Millionen Euro Kapital ein. Seither sind mit der DKB AG und den Volks- und Raiffeisenbanken noch weitere Bankkunden hinzugekommen.

2018 folgte der nächste Schritt: CrowdDesk bot seine Technik erstmals als Software-as-a-Service-Lösung an. Der gesamte Fundingprozess wurde digital in der Cloud abgebildet. Die On-Premises-Lösung ließ das FinTech hinter sich.

Dadurch reduzieren sich die Kosten für kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) derart, dass eine eigene Ansprache von Investor:innen und ein eigener Prozess der Kapitalaufnahme wirtschaftlich rentabel ist.

September 2021: CrowdDesk wird portagon

Nach erfolgreicher Series A Finanzierung in Höhe von 8,5 Millionen Euro, entschied sich CrowdDesk für einen neuen Namen. Ab September 2021 agiert das FinTech unter dem Namen ‚portagon‘. Das Ziel ist klar: Die Markenbekanntheit steigern und zum führenden SaaS-Unternehmen im privaten Kapitalmarkt werden.

portagon schafft All-in-One-Lösung für Kapitalzugang

Die Aufnahme von Kapital am Kapitalmarkt war bisher erst ab einem Volumen von zehn Millionen Euro wirtschaftlich sinnvoll. Darunter fielen zu hohe Rechts-, Transaktions- und Verwaltungskosten an.

Hier spart portagon mit seiner All-in-one-Lösung nicht nur signifikant Kosten ein, sondern ermöglicht auch jedem Unternehmen die technische Umsetzung.

Wie sieht der Prozess aus?

1. Die Umsetzung ist so simpel wie das Aufsetzen eines Online-Shops: Die Kund:innen generieren einen Investment-Button und platzieren diesen auf ihrer Website oder einer Fundingseite.

2. Unternehmen bestimmen alle Konditionen (Zins, Laufzeit und Finanzinstrument). Gleichzeitig ist portagon eine White-Label-Lösung. Das bedeutet, dass Unternehmen die Fundingseite nach ihren Vorstellungen gestalten und ihre Corporate Identity im Mittelpunkt bleibt.

3. portagon stellt die technische Infrastruktur für den Investitionsprozess bereit. Marketing, Anlegerverwaltung, Dokumente, Zinsauszahlungen – alles läuft bequem online und aus einer Hand. Das bedeutet für Unternehmen: schnellere Kapitalbeschaffung ohne viel Zeitaufwand und bürokratische Hürden.

4. Nun können sich Investor:innen auf der Fundingseite über das Unternehmen oder das Projekt informieren. Sind die Anleger:innen überzeugt, klicken sie auf den zuvor generierten Investment-Button. Mit drei Klicks investieren sie in das Unternehmen ihr Kapital.

Diese simple Handhabung ermöglicht es allen Unternehmen am Kapitalmarkt zu partizipieren. Dazu müssen sie weder Finanz- noch IT-Profis sein. portagon wickelt alle Prozesse gesetzeskonform, sicher und digital ab.

portagon wächst stetig weiter. Neben der technologischen Lösung sind es vor allem die Expertise für Finanz- und Rechtsthemen, aber auch das Know-how bei der Vermarktung von Crowdfunding-Projekten, die das Angebot einzigartig machen.

Jamal

Gründer portagon

„Wir bilden damit die vollständige Infrastruktur ab, die es zur digitalen Kapitalaufnahme braucht“

Ob zur Unternehmensgründung oder für Investitionsvorhaben etablierter Unternehmen, zur Beteiligung von Mitarbeiter:innen oder zur Finanzierung von Immobilienprojekten – die Softwarelösung ist für jeden Bedarf geeignet. Mit portagon lässt sich jedes Finanzinstrument digital darstellen.

Angebot für Finanzunternehmen und Unternehmen mit Kapitalbedarf

Das Angebot richtet sich– neben Banken – auch an professionelle Finanzdienstleister:innen wie Emissionshäuser, Vermittler:innen und Haftungsdächer. Sie digitalisieren ihr Geschäftsmodell mit portagon und rüsten es für die Zukunft.

Im Juli 2020 feierte das Unternehmen  5. Geburtstag. Heute arbeiten mehr als 70 Mitarbeiter:innen in Frankfurt an der Vision eines demokratischen Kapitalzugangs für alle Unternehmen. Jede:r kann daran partizipieren, sowohl auf Unternehmens- und Anlegerseite. Und nicht mehr einige wenige Intermediäre entscheiden darüber, was finanziert wird.

Was hat portagon in den vergangenen Jahren erreicht?

  • Die Kunden realisierten Projekte im Umfang von mehr als 850 Millionen Euro.
  • Mehr als 500 Projekte verschaffte portagon einen Zugang zum Kapitalmarkt, darunter Wachstumsfinanzierungen, klassische Unternehmensfinanzierungen, Investitionsvorhaben, Mitarbeiterbeteiligungen oder Projektfinanzierungen.
  • Über 200 Kunden zählt portagon heute. Darunter fallen Startups, Projektentwickler:innen, Mittelständler, Restaurants, Solarunternehmen, Konzerne, Banken, Bildungsinstitute, Sozialunternehmen, Emissionshäuser. Die Liste ist lang und ebenso divers.
  • Auf den Fundingpages und Plattformen unserer Kund:innen gibt es mittlerweile mehr als 45.000 Investor:innen.

Johannes und Jamal

Gründer portagon

„Wir wollen den Zugang zu Kapital für Unternehmen radikal verändern.“

Jedes Unternehmen soll jederzeit in der Lage sein, selbstbestimmt und unabhängig Kapital aufzunehmen. Dafür müssen Firmen im digitalen Zeitalter für Finanzierungsquellen ein neues Verständnis entwickeln. Gleichzeitig muss auch das bestehende Mindset im Finanzbereich kompromisslos neu definiert werden.

Denn: Jede:r sollte die Freiheit haben, neue Werte zu schaffen – mit dem einfachen Zugang zu Kapital, jederzeit und überall.

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