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Wie isst die Welt von morgen? Der Boom der Food-Startups

Lesedauer: 15 Minuten

Veröffentlicht am 8. Oktober 2021
Die Ernährung einer stetig wachsenden Weltbevölkerung ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Darüber steht die zentrale Frage: Wie können wir uns alle ernähren – im Einklang mit Klimaschutz und Umweltzielen? Gleichzeitig bringt der Megatrend Individualisierung immer neue Antworten auf die Frage hervor: Wie möchte ich mich ernähren? Die Notwendigkeit, Antworten auf die erste Frage zu finden und das Potenzial, das in den Antworten auf die zweite Frage steckt, macht Food-Startups für Investor:innen hochinteressant. Dazu gehören neben professionellen Investoren wie Corporate Venture Capitalists zunehmend auch private Anleger:innen.

Von Acai Beere bis Zero Waste – die Trends in der Foodbranche sind vielfältig, komplex und beständig im Wandel. So gehört beispielsweise die Definition eines Ernährungsstils für viele Menschen in westlichen Ländern zum festen Bestandteil der Identitätsbildung. Bin ich Vegetarier, Flexitarier oder freegan? Dabei hat sich im Laufe der vergangenen Jahre nicht nur gewandelt, was als gesund in der Ernährung gilt. Der Begriff der Systemrelevanz, der mit der Corona-Pandemie salonfähig wurde, trifft auch auf die Lebensmittelbranche zu: gegessen wird immer. Das Was, Wie, Wo und Woher hat sich jedoch verändert.

Foodtrends 2022

Verantwortungsvoll statt gesundheitsbewusst: Ernährung im Wandel

Das Zukunftsinstitut beleuchtet in seinem Food Report die Trends und Themen der Ernährung. Dabei wird schnell deutlich: Food ist ein Megatrend – wechselseitig beeinflusst von allen ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Veränderungen. Als einen der Foodtrends 2022 beschreiben die Autoren des Reports die „real omnivore“ (lat. für Alles-Esser): Die individuelle, gesundheitsorientierte Ernährung rückt zugunsten von globaler Gesundheit und verantwortungsvoller Ernährung in den Hintergrund.

Food Report 2022

Zukunftsinstitut

„Nachhaltigkeit im ökologischen und sozialen Sinne wird zu einem neuen Qualitätskriterium beim Essen. Vor allem die jungen Generationen unter den Konsumierenden definieren den Wert von Lebensmitteln ganzheitlicher.“

Ob plant-based oder aus dem Labor: die Lebensmittel-Zukunft ist CO2-neutral

Ein grundlegender Faktor, der bestimmt, wie nachhaltig ein Lebensmittel ist, ist seine CO2-Bilanz. So wird neben der Deklarierung zu Tierhaltung und Tierwohl auch immer wieder eine CO2-Kennzeichnunng auf Lebensmittelverpackungen politisch diskutiert. Nicht nur bei Milch-Alternativen zeigt sich: pflanzenbasierte Lebensmittel boomen. Der Anteil an Kuhmilchsubstituten im LEH ist dabei nur ein Zeichen für eine Revolution des Marktes, die weiter anhält. Die Anzahl der Menschen in Deutschland, die angeben, sich vegetarisch zu ernähren, ist zwischen 2016 und 2021 um mehr als 20 Prozent gestiegen. Vor allem durch die Corona-Pandemie hat sich nicht nur unser Essverhalten, sondern auch Konsumverhalten stark verändert: Lieferdienste, D2C-Konzepte (direct to costumer) oder die Architektur und Ausstattung von Restaurants, damit Gäste sich sicher fühlen – auch die Food Branche digitalisiert sich weiter.

Source: International Foodservice Manufacturers Association

„Generation Z order takeaway food three to four times per week on average – more than any other generation in history.”

Fleischkonsum Deutschland 2016 2018 2020

Organisch wachsen: gesund und nachhaltig

Vom kleinen Berliner Porridge-Café zum Frühstücks-Franchise: Die Erfolgsgeschichte von Haferkater ist so organisch wie das Geschäftsmodell selbst. Inzwischen gibt es das gesunde, nährstoffreiche und pflanzenbasierte Frühstück an mehr als zehn Standorten in ganz Deutschland. Meistens zu finden an Bahnhöfen, wo viele Pendler:innen Frühstück to go konsumieren. Das Konzept: ein schnelles und gesundes Frühstück, das durch verschiedene Toppings aus Nüssen und frischen Früchten einfach individualisiert werden kann. Porridge für zu Hause ist als Convenience-Produkt von Haferkater seit 2020 auch in zahlreichen Edeka-Filialen und Biomärkten gelistet.

Source: Beneo

83 Prozent der Menschen weltweit wollen als Ergebnis der Pandemie gesundheitsbewusster essen und trinken.

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Alles Hafer: Das Porridge von Haferkater wurde Frühstückstrend

„Haferkater ist ein gutes Beispiel dafür, was Investieren für uns bedeutet. Wir verstehen uns nicht nur als Kapitalgeber, wir investieren unser Knowhow und unser gesamtes Netzwerk in unsere Beteiligungen“, erklärt Marius Rodert, CFO von Katjes Green Food, Schwesterunternehmen und Venture-Capital-Arm des bekannten Süßwarenherstellers.

2020 investierte Katjes Greenfood in das Berliner Startup Haferkater und verhalf dem jungen Unternehmen nicht nur durch frisches Kapital, sondern vor allem durch sein starkes Netzwerk in den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) zum Markterfolg.

Trend in der Venture Capital Szene: Darum investieren Lebensmittelkonzerne in Food-Startups

Katjes Greenfood gilt als Impact-Pionier unter den Food-VCs. Seit 2016 investiert das Unternehmen in internationale Food-Startups. Fast alle Big Player der Lebensmittelbranche sind inzwischen mit eigenen VC Units am Markt vertreten: Ob Nestlé, Danone, Barilla oder Mondelez – sie alle zielen auf die Agilität und Innovationskraft von Startups, um das eigene Produkt-Portfolio zu verbessern. Doch das ist nicht der einzige Grund, der Konzernriesen auf Startups setzen lässt. Globale Player wie Nestlé und ihre Produktmarken haben in den vergangenen Jahrzehnten mit erheblichen Reputationsverlusten zu kämpfen und müssen sich verantworten: vor Menschenrechts-, Tierschutz und Umweltorganisationen – und vor Verbraucher:innen. Frische Marken mit authentischen und nachhaltigen Gründungsstories sind dabei willkommene Auswege.

Ob Soja, Linsen oder Lupinen: Fleisch-Alternativen boomen

Dabei ist die Positionierung der Traditionsmarke im Hintergrund ein wichtiges Asset für den Erfolg des jeweiligen Corporate VC:

 

Die DNA von Katjes ist grün – und das nicht erst seit der vollständigen Umstellung auf vegetarische Inhaltsstoffe in 2016. Heute produziert das Unternehmen vollständig klimaneutral, womit die Gründung des Venture Capital Unternehmens Katjes Greenfood im Jahr 2016 die nachhaltige Strategie des mittelständischen Katjes-Konzerns nur komplettierte. Die starke und konsequent nachhaltig ausgerichtete Marke Katjes ist dabei ein wichtiger Motor – und Entscheidungskriterien für Startups, auf Katjes Greenfood als Investitionspartner zu setzen. Dabei sind es nicht nur Start-ups mit plant-based-Produkten, welche für das Portfolio von Katjes Greenfood interessant sind: Auch bspw. soziale, gesundheitsbezogene oder ethische Faktoren können die nachhaltigen Akquisitionskriterien erfüllen.

Der Erfolgshunger der Food Startups

Erst vor wenigen Wochen, im September 2021, stellte das Berliner Food-Startup Formo einen Finanzierungsrekord auf: 42 Millionen Euro für Käse auf Hefe-Basis aus dem Labor – das ist die größte Summe, die in ein europäisches Food-Startup bis dato investiert wurde. Ein Erfolgstrend für Food-Startups, der sich schon mit Beginn der Corona-Pandemie abzeichnete: Laut Food Innovation Camp gab es für innovative Nahrungsmittel wie In-Vitro-Fleisch bereits in der ersten Hälfte 2021 mehr Investments als im gesamten Jahr 2019.

Digitale Finanzierungsstrategie schafft Reichweite in der Kundenzielgruppe

Die New-Food-Szene als Startup-Markt? An institutionellen Investoren scheint es in der Food-Startup-Branche derzeit jedenfalls nicht zu mangeln und doch kann es gerade für Food Startups in den Seeding- oder Wachstumsphasen relevant sein, alternative, digitale Finanzierungsinstrumente wie Crowdinvesting in ihren Finanzierungs-Mix zu integrieren. Dabei bietet sich neben dem Einwerben von Kapital die Möglichkeit, die Marktfähigkeit neuer Produkte zu testen und private Investor:innen auch als Kund:innen und Markenbotschafter:innen zu gewinnen. Zusätzliche Anreize dafür können neben der klassischen Rendite beispielsweise erfolgsabhängige Bonussysteme in Form von Warengutscheinen sein. Die Stärkung des Eigenkapitals mithilfe digitaler Finanzierung schafft zudem eine bessere Ausgangsposition für weiteren Kapitalbedarf.

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Nüsse, Käse und die Crowd – Food Startups auf Expansionskurs

Das Freiburger Startup Fairfood und die vegane Käseinnovation von Cashewrella sind zwei der Startups, welche dabei auf die Lösung von portagon setzen. Fairfood Freiburg hat sich auf die nachhaltige und faire Produktion von Nüssen spezialisiert. Der vegane Käsespezialist Cashewrella aus Göttingen produziert Käsealternativen auf Nussbasis. Mit portgaon ONE haben beide ihre Finanzierungsinstrumente nach eigenen Konditionen gestaltet. Das aktivierte nicht nur das vorhandene Netzwerk, sondern schuf neue Reichweite.

Cashews Nigeria

„Die Finanzierung ist für junge Unternehmen in einer Wachstumsphase einer der kritischsten Punkte“, erzählt Fairfood-Mitgründer Amos Bucher. Für seine digitale Finanzierung in Form eines Crowdinvestings setzte das junge Unternehmen auf eine eigene Fundingpage mit detaillierten und transparenten Informationen zum Investitionsvorhaben: Fairfood finanzierte per Nachrangdarlehen die Expansion mit einer neuen Nussküche. „Wir waren vom Feedback überwältigt“, erzählt Amos Bucher begeistert vom Erfolg der Kampagne.

Impact Investing als Geschäftsmodell

Auch nach dem Investment lässt Fairfood seine Anleger:innen an Erfolg und Fortschritt der Expansion teilhaben. Impact getriebene Investoren haben neben der Rendite auch den nachhaltigen Erfolg im Blick.

Jesko Thron

Katjes Greenfood

„Als Unternehmen sind wir wirtschaftlich orientiert, das schließt aber einen sozialen Impact nicht aus – im Gegenteil. Für die Lebensmittelbranche wird nachhaltige Verantwortung zur Voraussetzung für den Markterfolg.“

Als erstes europäisches Food-VC hat Katjes Greenfood das Thema Impact Investing konsequent in seine Beteiligungsstrategie implementiert. „Wir sind davon überzeugt, dass nachhaltige Geschäftsmodelle die Foodbranche revolutionieren werden. Die Art und Weise, wir heute Lebensmittel anbauen, produzieren, verpacken und verzehren, wird in einigen Jahren nicht mehr dieselbe sein“, unterstreicht Dr. Jesko Thron, CMO des Unternehmens, den Purpose von Katjes Greenfood.

„Unsere Akquisitionskriterien spiegeln die Geschichte und das Know-how des Konzerns wider. Deshalb sind für uns marktreife Unternehmen ab einem Umsatz von einer Million Euro interessant, die unter einer starken Marke LEH-taugliche Produkte für Endkonsumenten anbieten“, erklärt Marius Rodert. Dabei ist neben der Impact-Relevanz  das wirtschaftliche Ertragspotenzial entscheidend, denn nur wer sich langfristig am Markt behauptet, kann diesen auch nachhaltig verändern. Diese Konsequenz ist gleichzeitig das Erfolgsgeheimnis der Beteiligungsstrategie von Katjes Greenfood.

Aufgrund der direkten Nähe zum LEH und aktuellen Verbraucherthemen sind Investments in Food-Beteiligungen von Katjes Greenfood auch zunehmend für private Investor:innen interessant. So setzte der Venture Capitalist auf eine Innovation: „Wir haben uns entschieden, über eine Crowdinvesting-Kampagne auch privaten Anleger:innen die Möglichkeit zu geben, am Lebensmittelmarkt der Zukunft zu partizipieren“, erklärt Marius Rodert den Schritt. Bereits nach rund einem Monat hatte das Unternehmen die siebenstellige Fundingschwelle erreicht. Anleger:innen können zunächst in das Gesamtportfolio, nicht in einzelne Portfoliounternehmen investieren. Mit der Software-Lösung made by portagon konnte Katjes Greenfood seine digitale Finanzierung individuell auf- und umsetzen.

Als erstes Food-VC öffnet Katjes Greenfood sich auch für den privaten Kapitalmarkt.

Consumer Package Goods sind ein Crowd-Thema

Vier Ventures aus dem Portfolio von Katjes Greenfood hatten bereits Erfahrungen mit Schwarmfinanzierung: „Hier hat sich schon gezeigt, dass Food in Verbindung mit innovativen jungen Marken besonders crowd-affine Themen sind“, weiß Jesko Thron. Auch wenn die technologischen oder chemischen Herstellungsverfahren von Food-Innovationen komplex sein können: die Produkte sind für jede:n eingängig – und konsumierbar. Mit der Beteiligung an einem nachhaltigen Geschäftsmodell, das globale Fragen der Ernährung löst, können sich viele Kleinanleger:innen identifizieren.

Die Crowdinvesting-Kampagne von Katjes Greenfood ist der Beginn einer langfristigen Investor Journey: Mittelfristig plant der Venture Capitalist seinen IPO. Aus Anleger:innen können dann überzeugte und loyale Aktionär:innen werden, welche die Lebensmittel-Zukunft mitgestalten.

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